Die Entwicklung des Babys im Mutterleib

Bitte beachten Sie, dass sich jedes Baby unterschiedlich entwickeln kann und dieser Text lediglich dazu gedacht ist, einen Überblick über die Entwicklungsstadien zu geben.

1. bis 8. Schwangerschaftswoche

Die Schwangerschaft dauert im Normalfall 40 Wochen, wobei am ersten Tag der letzten Menstruation zu zählen begonnen wird. Die befruchtete Eizelle wandert in der dritten Schwangerschaftswoche drei bis vier Tage lang durch den Eileiter und nistet sich in der Gebärmutter ein. Das Einnisten in der Schleimhaut der Gebärmutter sichert eine erste Versorgung der Zellen. Mit dem neunten Tag entwickelt sich der Zellverband zum Embryo.

In der dritten und vierten Schwangerschaftswoche beginnt das Herz des Kindes zu schlagen und die Organe entstehen. Ab Anfang der fünften Woche werden knospenähnliche Hände und Füße ausgebildet, es entwickeln sich Knochen, Blutgefäße und Muskeln.

Das Baby ist in der sechsten Woche in der Lage, ruckartige Bewegungen auszuführen, mit denen es auf eigene Berührungen oder die der Uteruswand reagiert. Außerdem nimmt das Kind verschiedene Informationen wie Temperaturunterschiede oder die Lage der Gebärmutter auf.

Nach der achten Schwangerschaftswoche entwickelt sich der Embryo zum Fötus. „Fötus“ bedeutet übrigens „das Kleine“. In den nächsten vier Wochen werden alle weiteren Organsysteme angelegt, die bis zum Ende der Schwangerschaft ausreifen. Die Haut des Fötus ist nicht dicker als Papier und lässt die Adern gut sichtbar durchscheinen.

9. bis 16. Schwangerschaftswoche

In der zehnten Woche sind lebenswichtige Organe (Lunge, Leber, Nieren, Darm und Gehirn) des Babys voll funktionstüchtig. Die Augenlider sind mit der Haut verschmolzen, sie öffnen sich in einigen Wochen wieder. In der elften Schwangerschaftswoche ist das Kind mit allen wichtigen Körperteilen – von den Zahnwurzeln bis zu den Fußnägeln – ausgestattet.

In den nächsten Wochen wird es vor allem an Größe und Gewicht zulegen. In der zwölften Woche misst der Fötus vom Kopf bis zum Steiß ca. 5,4 Zentimeter und wiegt rund 14 Gramm. In dieser Zeit zeigt das Ungeborene Reflexe, die es nach der Geburt wieder ablegt. Die Handinnenflächen sowie die Füße reagieren auf Berührungen und krümmen sich aufgrund dieser. Ab der 14. Woche ist der Fötus in der Lage zu greifen, zu blinzeln, die Stirn zu runzeln, und er beginnt an seinem Daumen zu lutschen.

In der 16. Woche wiegt der Fötus ca. 70 Gramm, wohingegen die Mutter bis zu 4,5 Kilo zugenommen hat. In dieser Zeit hat das Baby häufig Schluckauf. Seine Beine sind nun länger als seine Arme, die Gelenke sind voll beweglich und sogar die Fingernägel sind schon ausgebildet. Babys Haut ist mit einem zarten Flaumhaar bedeckt, das sich bis zur Geburt zurückbildet. Auch Augenbrauen und Kopfhaare beginnen zu wachsen. Mit Hilfe eines Ultraschalls können die Eltern bei günstiger Lage des Kindes das Geschlecht erfahren, da äußere Geschlechtsorgane ausreichend entwickelt und sichtbar sind.

17. bis 24. Schwangerschaftswoche

Die Gebärmutter misst nun etwa die Größe einer Honigmelone und befindet sich fast auf Höhe des Nabels. Durch ihr ständiges Wachstum verändert sich der Körperschwerpunkt der Schwangeren. Zu dieser Zeit nehmen einige werdende Mütter das erste Mal Bewegungen des Kindes wahr.

Mit Ende der 19. Woche wiegt das Baby knapp 240 Gramm und misst vom Kopf bis zum Steiß ca. 15,3 Zentimeter. Ab der 20. Woche wird Babys Größe vom Kopf bis zu den Füßen gemessen, da es sich nicht mehr zusammenrollt.

Ein fetthaltiger, weißlicher Mantel, die „Käseschmiere“, bedeckt das Baby und schützt seine Haut während der langen Zeit im Fruchtwasser. Zudem erleichtert dieser Mantel die Geburt. In dieser Zeit beginnt der Kreislauf der Verdauung, das Baby hat nun einen erhöhten Bedarf an Fruchtwasser. Die Plazenta produziert alle zehn bis zwölf Stunden neues Fruchtwasser, es wird ständig ausgetauscht. Stuhlgang hat das Kind jedoch erst, nachdem es auf die Welt gekommen ist.

Da für das Baby eine besonders aktive Zeit beginnt, die es mit Purzelbaum-Schlagen und Treten verbringt, kann es sein, dass Schwangere Schwierigkeiten beim Einschlafen haben. Untersuchungen zeigen, dass der Fötus in der 24. Woche bereits auf optische und akustische Reize reagiert. Dies ist für Mutter und Vater ein guter Zeitpunkt damit zu beginnen, mit dem Baby zu sprechen.

In der 24. Woche wiegt das Kind über 600 Gramm und misst vom Kopf bis zu den Füßen ca. 30 Zentimeter. Obwohl das Baby äußerlich voll entwickelt ist, ist es noch sehr dünn und seine Haut ist schrumpelig. Sollte das Kind jetzt zur Welt kommen, hat es mit der richtigen Versorgung gute Chancen zu überleben und außerhalb der Gebärmutter weiterzuwachsen.

25. bis 32. Schwangerschaftswoche

Zu Beginn der 25. Woche wiegt das Kind etwa 660 Gramm und misst ungefähr 35 Zentimeter. Auch wenn es noch keine Luft in seinen Lungen hat, übt es bereits Atembewegungen. Das Kind reagiert verstärkt auf Lichteinflüsse von außen und dreht seinen Kopf, wenn es einen andauernden Lichtstrahl bemerkt.

Bei Jungen wandern in dieser Zeit seine Hoden von den Nieren hinunter zum Hodensack. Bei Mädchen steht zu diesem Zeitpunkt die Klitoris etwas hervor – sie wird später von den noch wachsenden Schamlippen bedeckt.

Im letzten Drittel seiner vorgeburtlichen Entwicklung benötigt der Fötus die größte Menge an Nährstoffen. Vor allem Proteine, Vitamin C, Folsäure, Eisen und Calcium sind für seine Entwicklung wesentlich. In dieser Zeit wird das Knochengerüst des Ungeborenen härter, das Gehirn wächst geschwind und Muskeln sowie Lungen reifen. Außerdem hat das Ungeborene mittlerweile Augenbrauen und Wimpern und der Verdauungstrakt ist fast vollständig ausgebildet.

Im Laufe der nächsten Wochen legt das Kind vor allem an Gewicht zu und seine Gliedmaßen differenzieren sich weiter aus. Da das Baby aufgrund seiner Größe kaum noch Platz im Mutterleib hat, bewegt es sich weniger. Um das Atmen nach der Geburt zu üben und die Lungen zu trainieren, inhaliert das Baby Fruchtwasser.

33. bis 40. Schwangerschaftswoche

Die Schädelknochen des Babys sind in der 33. Woche weich und die Schädeldecke ist geöffnet, damit sich das Ungeborene durch den engen Geburtskanal zwängen kann. Andere Knochen des Kindes härten sich aus und seine Haut glättet sich. Bis zur Geburt wird das Kind stets an Gewicht zulegen, da es nach der Geburt Fetteinlagerungen benötigt, um den Temperaturhaushalt zu regulieren.

Bis zum Ende der Schwangerschaft beginnt die Leber des Kindes, körperliche Abfallprodukte zu verarbeiten. Währenddessen wachsen Beine und Po des Babys weiter und der Mantel aus Haarflaum verschwindet. Das Baby wird Haarflaum sowie Käseschmiere schlucken und im Darm zwischenlagern. Nach der Geburt sorgt dies für die erste Darmentleerung, auch „Kindspech“ genannt.

Das Gehör ist ab der 35. Woche voll entwickelt. Die äußere Hautschicht des Babys beginnt sich abzuschälen, darunter bildet sich eine neue Haut. Mit 35 Wochen misst das Baby ca. 46 Zentimeter und wiegt ungefähr 2,4 Kilo. In der 38. Woche sind – bis auf die Lunge – alle Organe des Babys voll entwickelt. Die Lungen werden erst zum Schluss entfaltet.

Das Ende der Schwangerschaft wird durch das Platzen der Fruchtblase eingeleitet. Nach dem Platzen der Fruchtblase kann es noch ein paar Stunden dauern, bis die Mutter erste Wehe spürt. Allerdings sollten nun Arzt/Ärztin bzw. Hebamme verständigt werden und es sollte ständig eine Betreuungsperson bei der Gebärenden sein. Spätestens 24 Stunden nach dem Fruchtblasensprung sollte das Baby auf die Welt gekommen sein und in den Armen der erschöpften, aber glücklichen Mutter liegen.