Bei vielen Frauen kündigt sich eine beginnende Schwanger­schaft ähnlich an: Sie fühlen sich müde, die Brust spannt, sie sind weitaus geruchs­empfindlicher als sonst. Fast jede werdende Mutter leidet anfangs an Übelkeit und Erbrechen, vor allem in den frühen Morgen­stunden.

Einige der häufigsten Schwanger­schafts­beschwerden haben wir kurz zusammen­gefasst. Bitte beachten Sie, dass jede Schwanger­schaft unter­schiedlich verläuft. Dieser Text soll lediglich einen Überblick über mögliche Veränderungen bzw. Beschwerden geben.

Häufige Schwanger­schafts­beschwerden

  • emotionale Unausgeglichenheit aufgrund der Hormonumstellung mit Beginn des 3. Schwangerschaftsmonat
  • höherer Puls und schnelleres „Außer-Atem-Sein“ durch erhöhte Menge an Blut im Körper der Mutter
  • Bauch und Brüste verändern sich bzw. beginnen die Brüste, ab der 13. Schwangerschaftswoche Vormilch zu produzieren.
  • Sichtbarwerden der „Linea Negra“, einer dunklen Linie vom Bauchnabel bis zum Schambein, die sich nach der Geburt zurückbildet
  • Verlagerung des Körperschwerpunktes durch das Wachsen der Gebärmutter
  • leichter Schmerz bei ruckartigen Bewegungen aufgrund der Dehnung von Beckenwänden und Mutterbändern auf jeder Seite der Gebärmutter
  • Ab dem 5. Monat treten häufiger Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel, Zahnfleischbluten, verstärkter (unblutiger) Scheidenausfluss, trockene und empfindliche Augen sowie Schwangerschaftsstreifen auf. Auch der Bauchnabel stülpt sich nach außen.
  • Im 7. Monat können sich Hände, Finger und Handgelenke aufgrund des geschwollenen Gewebes schmerzhaft und taub anfühlen.
  • Kurzatmigkeit aufgrund der wachsenden Gebärmutter, die das Zwerchfell einengt
  • Beinkrämpfe, Hämorrhoiden, Krampfadern, Wasserablagerungen in den Beinen sowie Juckreiz am Bauch treten in den letzten Schwangerschaftsmonaten häufig auf.
  • Kurz vor der Geburt machen sich verstärkter Blasendruck, Atemlosigkeit, Kribbeln oder Taubheit im Beckenbereich sowie Schwierigkeiten mit der Bewegung – aufgrund des großen Bauches – bemerkbar.

Übelkeit in der Schwanger­schaft

Übelkeit und Erbrechen zu Beginn der Schwanger­schaft können sehr belastend sein. Bei starkem Erbrechen, das länger als zwei Tage anhält, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen.

Folgende Tipps können helfen, der Übelkeit entgegen­zuwirken:

Eine halbe Stunde vor dem morgendlichen Aufstehen eine Scheibe Zwieback, eine Scheibe Brot oder ein paar Kekse essen. Dazu eine Tasse Kräuter­tee trinken und sich beim Aufstehen Zeit lassen. Es ist auch hilfreich, über den Tag verteilt sechs bis acht kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen und aus­reichend zu trinken.

Tipps aus Traditioneller Chinesischer Medizin und Homöopathie

Auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und die Homöopathie verfügen über Möglich­keiten, die Übel­keit einzu­dämmen. Dr. Maria Braumann, Ärztin im Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin, empfiehlt Aku­punktur sowie die zusätzliche Einnahme von Ingwer­tees, Kraft­brühen, Kräuter­rezepturen oder Congees (chinesische Reis- oder Getreide­breie).

Morgentee

Den Morgentee bereiten Sie schon am Vorabend zu. Dafür erhitzen Sie einen halben Liter Apfel- oder Trauben­saft und lassen diesen mit drei Scheiben frischem Ingwer und einem Tee­löffel getrockneter Orangen­schale kurz aufkochen und dann 15 Minuten ziehen. Gießen Sie das Gemisch ab und füllen Sie es in eine Thermos­kanne. Am nächsten Morgen trinken Sie eine Tasse warmen Tee noch vor dem Auf­stehen.

Ingwertee

Für einen einfachen Ingwertee geben Sie fünf Scheiben frischen Ingwer in einen Liter Wasser und lassen das Ganze etwa 20 Minuten köcheln. Sie können auch zwei bis drei Scheiben frischen Ingwer fein zer­hacken und mit kochendem Wasser übergießen.

Congee (Reis- oder Getreidebrei)

Dieses Gericht stärkt das Qi von Milz und Magen, tonisiert das Blut und fördert die Wasser­ausscheidung. Sie brauchen 1 Tasse Reis oder Getreide, 5-10 Tassen Wasser, Karotten nach Belieben, 3 Scheiben frischen Ingwer. Geben Sie den Reis oder das Getreide in das Wasser und halten Sie dies vier bis sechs Stunden leicht am Köcheln. In der letzten Stunde geben Sie die übrigen Zutaten oder zusätzlich noch Kräuter hinzu. Auf ge­trockneten Ingwer sollten Sie während der Schwanger­schaft zur Gänze verzichten!

Umeboshipflaume

Eine andere Möglichkeit, der Übelkeit beizukommen, ist, eine Umeboshi­pflaume an den Nabel zu kleben. Diese erhalten Sie im Reform­haus oder in Apo­theken, welche auf TCM spezialisiert sind.

Schwangerschaftsdiabetes

Eine immer häufiger auftretende Begleiter­scheinung ist der Schwangerschafts­diabetes oder Gestations­diabetes.

Was bedeutet Schwanger­schafts­diabetes für Mutter und Kind?

Der Gestationsdiabetes ist eine Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwanger­schaft auftritt, meist jedoch nach der Geburt wieder verschwindet und zu den häufigsten schwanger­schafts­begleiten­den Erkrankungen gehört. Als Risiko­faktoren gelten vor allem Über­gewicht und familiärer Typ 2-Diabetes.

Durch den Einfluss der Schwangerschaftshormone und die Ver­änderung des Stoff­wechsels steigt während einer Schwanger­schaft der Insulin­bedarf der werdenden Mutter an. Kann die Bauch­speichel­drüse diesen erhöhten Insulin­bedarf nicht liefern, so entsteht Dia­betes. Frauen, die im Zuge ihrer Schwanger­schaft an Gestations­diabetes erkranken, haben ein erhöhtes Risiko, in der Folge einen Typ 2-Diabetes zu ent­wickeln. Aber auch für das un­geborene Kind kann der Gestations­diabetes gefähr­lich sein. Wegen der starken Größen- und Gewichts­zunahme bestehen un­günstige Platzverhält­nisse, die vor allem während der Geburt sehr belastend für das Kind sein können. Ein Kaiser­schnitt ist in diesen Fällen oft not­wendig.

Darüber hinaus kann sich die Ausreifung des Un­geborenen verzögern, was nach der Geburt zu An­passungs­störungen führen kann. Besonders kritisch ist die gestörte Ent­wicklung der Plazenta, die zu einer kind­lichen Mangel­versorgung und im schlimmsten Fall zum Ab­sterben des Kindes führen kann.

Wegen der immer häufiger auftretenden Fälle von Schwanger­schafts-Diabetes ist der Labortest nun fixer Bestand­teil der Mutter-Kind-Pass-Unter­suchungen.

Was tun bei Schwanger­schafts­diabetes?

In der Regel hilft eine spezielle Er­nährungs­um­stellung, den Gestations­diabetes in den Griff zu bekommen. Ist diese Therapie ohne Erfolg, so wird eine Insulin­gabe mittels Injek­tionen zur Kontrolle des Blut­zuckers empfohlen. Orale Anti­diabetika werden bei Gestations­diabetes nicht ein­gesetzt.